Margret Boveri

Petronella Auguste Pauline Antonie Margarethe Boveri wurde am 14. August 1900 in Berlin geboren und wird oft als eine der renommiertesten Publizistinnen ihrer Zeit gesehen. Ihre Eltern waren Akademiker: Ihr Vater Theodor Zellbiologe, seine zweite Frau und Margrets Mutter Marcella O’Grady war die erste Frau, die am Massachusetts Institute of Technology ein Abschlussexamen machte.

Margret Boveri lernte bereits in ihrer Kindheit die USA kennen, weil ihre Mutter dort aufgewachsen war und studiert hatte. 1915, Margret war gerade 15 Jahre alt, starb ihr Vater. Wilhelm Conrad Röntgen wurde ab dieser Zeit zu einer Art Vaterersatz für sie. Ab 1920 studierte sie Englisch, Italienisch, Geschichte, Germanistik und Zoologie an der Universität Würzburg und war in dieser Zeit auch „Führerin“ im Deutsch-nationalen Jugendbund. Ab 1925 studierte sie Geschichte in München. Nach einem Aufenthalt in Neapel 1927, studierte sie ab 1929 in Berlin Neuere Geschichte und Philosophie. Sie schloss ihr Studium 1932 mit einer Promotion über „Persönlichkeiten und Apparat der Aussenpolitischen Geschäftsführung unter Sir Edward Grey“ ab.

Ab dem Herbst 1933 war Margret Boveri als Journalistin tätig und wurde am 13. Dezember 1933 in den Reichsverband Deutscher Schriftsteller aufgenommen. Im August 1934 begann Margret Boveri ein Volontariat beim Berliner Tageblatt. Sie war nie Mitglied der NSDAP. Ab 1939 war Margret Boveri für die Frankfurter Zeitung, die 1943 verboten wurde, Korrespondentin in New York und Stockholm. Der Zweite Weltkrieg führte dazu, dass sich Margret Boveri in den USA als Deutsche registrieren lassen musste. Nach dem Angriff auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 erklärte das Deutsche Reich als Verbündeter Japans den USA am 11. Dezember 1941 den Krieg . Margret Boveri wurde als Deutsche in den USA am 9. Dezember 1941 noch vor der Kriegserklärung verhaftet und gemeinsam mit anderen Journalisten und Diplomaten der Achsenmächte nach Ellis Island gebracht. Im Mai 1942 wurde Margret Boveri mit mehr als 600 anderen Deutschen nach Lissabon gebracht. Dort – und später auch in Madrid – arbeitete sie weiter als Korrespondentin und schrieb jetzt auch antisemitische Texte. Im Frühjahr 1944 zog sie dann schließlich, gegen den Rat ihrer Mutter und ihrer Freunde, zurück nach Berlin. Hier schrieb sie auch ihr Tagebuch, das wir für @digitalpast zitieren.

 

Literatur:

Heike B. Görtemaker: Ein deutsches Leben. Die Geschichte der Margret Boveri 1900-1975, München 2005.
Margret Boveri: Tage des Überlebens. Berlin 1945, München 1968.

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