Aufzeichnung des Unterstaatssekretärs Woermann zu den wesentlichen Ergebnissen der Besprechung vom 12. November 1938

1. Arisierung der Wirtschaft soll beschleunigt durchgeführt werden. […]

2. Enteignungen von jüdischem Grundbesitz, Kunstgegenständen, Schmuck, Aktien usw. Frage ist einem kleinen Ausschuß unter Vorsitz Reichsministers Funk überwiesen.

3. Sofortige Prüfung durch zuständige innere Ressorts der Frage der Zwangsarbeit des jüdischen Proletariats. Prüfung der Frage der Beschränkung der Freizügigkeit der Juden (Ghettos?) sowie einer Reihe von Einzelmaßnahmen wie Verbot des Besuchs von Kurorten, Bädern, Wäldern, der Benutzung von Schlafwagen, Besuch deutscher Schulen durch jüdische Kinder usw.

4. Verbot des Besuchs von Theatern, Konzerten, Kinos usw. durch Juden […]

5. Auferlegung einer einmaligen Kontribution von einer Milliarde Reichsmark an die deutschen Juden […]

6. Jüdische Auswanderung soll auf jede Weise gefördert werden.

7. Der durch Aktion gegen Juden letzter Tage entstandene Schaden soll in noch festzulegender Form zu lasten deutscher Juden gehen […]

8. Strengstes Verbot eigenmächtiger Aktionen […]

9. Habe frage der Beteiligung ausländischer Juden angemeldet und Beteiligung Auswärtigen Amts an allen Maßnahmen generell und im Einzelfall sichergestellt. Ausgangspunkt dabei, daß Rücksicht auf Ausland nur zu nehmen ist, wenn vorwiegendes Reichsinteresse dazu zwingt; Zusage der Berücksichtigung vertraglicher Verpflichtungen.

Zit. nach: Hans-Jürgen Döscher: “Reichskristallnacht”. Die Novemberpogrome 1938, München 2000, S. 124-125.

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